Email an das saarländische Ministerium und Antwort: Anlass für den Blog, der noch nicht so recht funktioniert:

An: Corona (STK) <corona@saarland.de <mailto:corona@saarland.de>>
Betreff: Corona in der Grenzregion – wo bleibt die Solidarität?

Einen schönen guten Tag,

ich wohne im Département Moselle und wir sind sprachlos, wie das
Saarland in der Grenzregion verfährt. Dieser Tage mit einem
französischen Kennzeichen im Saarland unterwegs sein zu müssen, macht
spürbar, was Rassismus heißen kann. Dies bestätigt auch der Brief von
Arsène Schmitt, dem Vorsitzenden des Grenzgängervereins, an Tobias
Hans (siehe Artikel der FAZ).

Welchen Sinn hat es, Grenzen abzuriegeln und dafür zu sorgen, dass
die Staus an den drei Grenzübergängen, die jetzt übrig sind, ewige
Wartezeiten produzieren. Die Pflegekräfte aber lässt man ebenso
passieren wie andere Arbeitenehmerinnen und Arbeitnehmer. Sie werden
wohl alle zu spät zur Arbeit kommen.

Welchen Sinn hat es, dass im Saarland immer noch Treffen von mehreren
Menschen möglich waren und sind, wohingegen hier schon Quarantäne
herrschte und dann davon auszugehen, die Grenzschließung schütze das
Saarland?
Umgekehrt ist es wohl eher der Fall.

Welchen Sinn hatte es vor allem, die RückkehrerInnen aus Tirol und
anderen betroffenen Skigebieten nicht sofort alle zu kontrollieren
oder z.B. chinsesiche Flugreisende  einfach einreisen zu lassen ohne
festzustellen, ob sie aus einem Risikogebiet kommen (auch im
Saarland), wenn man hier an den Grenzen zu einem Département, das
fast die gleichen Infektionszahlen hat wie das Saarland, die
deutsch-französische Freundschaft aufs Spiel setzt, ohne einen Nutzen
zur Coronaeindämmung daraus ziehen zu können? Auch aus dem Kreis
Heinsberg konnte jeder ungehindert ins Saarland reisen….Die Region
Grand Est besteht aus 10 großen Départements und über die Hälfte der
Fälle wurde im Elsass festgestellt, dem man im übrigen helfen muss.

Welche langfristigen Folgen wird das für die Stimmung in der
Bevölkerung haben in der viel beschworenen Großregion SaarLorLux? Was
sagt das über die Frankreichstrategie des Saarlandes eigentlich aus?

Die Europahymne mit Schulkindern einzustudieren wird uns in Zukunft
schwer fallen. Alle Menschen werden Bründer und Schwestern, davon ist
im Moment nichts zu spüren. Im Gegenteil, um mit Heine zu sprechen,
könnte ich eher sagen: „denk ich an Europa in der Nacht, bin ich um
den Schlaf gebracht“.

Da ich gelesen habe, dass das schwer betroffene Elsass komplett
allein gelassen wird von Deutschland, frage ich mich wie der
Austausch, die Unterstützung, die gegenseitigen Absprachen zwischen
Lothringen, Saarland und Frankreich organisiert sind. Meinem
Verständnis von gelebtem Europa nach müsste man sich unterstützen.
z.B. mit Material, aber auch mit Krankenhausbetten, wenn in einem
Land wesentlich mehr Kapazitäten frei sind.
Werden da die Chinesen wieder früher handeln als die Europäer?
Wie wird das gehandhabt???

Freue mich über eine Antwort.

Mit besten Grüßen



https://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/gesundheit/coronavirus/corona-frankreich-aergert-sich-ueber-deutsche-grenzkontrolle-16681146-p2.html
https://www.youtube.com/watch?v=jF_WA9eOjTk

Antworten vom Ministerium – auch auf die Anfrage einer Freundin:

Ich gebe sie hier nicht wieder. Sie sind unterirdisch. Leute, die echte Sorgen haben und sich an die Coronastelle wenden, haben hinterher noch mehr Sorgen. So viel dazu.

Deshalb hatte ich schon keine Hoffnung mehr für die deutsch-französische Freundschaft. Danke an die Landesregierung für den Vorstoß und das Angebot grenzüberschreitender Kooperation!

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