Es folgt der Montag …

Kaum gut geschlafen, denn überhaupt geschlafen, und es kamen schon neue Nachrichten. Das Département Moselle schloss seinerseits die Grenzen. Die Nervosität stieg. Kam ich nun wohl umgekehrt nicht mehr rein? Na super. So war das nicht gedacht. Außerdem bemerkte ich ein zunehmend ungutes Gefühl so heimlich in Saarbrücken unterwegs zu sein. So illegal, so schuldbewußt, so mit der Angst vor Entdeckung meiner bösen Tat. Hinzu kam, die anderen sitzen gelassen zu haben. Hätte ich es jemals nötig, unterzutauchen, aus welchem Grund auch immer, dann müsste ich mir dringend ein paar Siklls aneignen…Jedenfalls konnte ich das Mittagessen inne City noch genießen bis mir zunehmend klarer wurde, dass das auch kein guter Zustand sein würde.

Zudem war ich plötzlich ich sicher, dass eine Ausgangssperre auch in Deutschland kommen würde, vielleicht in ein paar Tagen, sicherlich bis zum Wochenende. Und da wurde mir wieder ein bisschen klaustropobisch zumute, so wie am Sonntag. Es ist ja doch sonderbar, was die Psyche so auf Lager hat.

Am Dienstag 12 Uhr war also der Lockdown angepeilt in Frankreich. Was nun? Mit der Annahme in Deutschland auch bald eingesperrt zu sein, war es doch nun plötzlich verlockender in der eigenen Wohnung, im eigenen Haus mit einem Riesengarten noch ein bisschen Auslauf zu haben, wenn man schon nicht mehr rausdurfte. Im Zweifelsfall konnte man den Garten umgraben, wenn einen die Nervosität packte, Hecken schneiden, Gras mähen, Bäume stutzen, verbotene Feuerchen machen, grillen, illegal spazieren gehen, illegal Radfahren – was I. rettete, der einfach so tat, als dürfe man Radtouren von 80 km machen. Die Auskunft ist auch etwas unterschiedlich. Man soll sich nicht weiter als 1000 m vom Haus entfernen…

Auf jeden Fall hieß es dann Dienstag vor dem Lockdown in F wieder die Koffer packen und nach Hause fahren. Ich war mittlerweile sehr froh, dass ich meine Mutter noch besucht hatte und erwartete nichts Gutes.

Tja, und was soll ich sagen, nun sitzen wir hüben und drüben alle im gleichen Boot. Mit etwas Koordination hätte man sich die Grenzschließungen also sparen können. Oder jedenfalls hätte man sie ganz, ganz, ganz anders kommunizieren können. Die, die arbeiten müssen, wie z.B. Pflegekräfte auch Frankreich müssen ja eh weiterhin rein u.z. nach Luxemburg und nach Deutschland. Das Gesundheitssystem würde sonst in L und in D zusammenbrechen.

Da ich all dies deshalb schildere, damit vielleicht ein bisschen verständlicher wird, warum die Aktion von Herrn Bouillon nicht nur bei mir nicht so gut angekommen ist, habe ich auch eine Email ans Ministerium geschrieben. Voll der Fehlschlag. Aber dann: die gute Nachricht! Endlich rollt eine grenzübergreifende Zusammenarbeit an.

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