Grenzen: auch der Nachthimmel kennt sie jetzt

Schaut euch das Satellitenband von Elon Musk an. Er hat nun ein paar hundert davon losgelassen. In 550 Kilometern Höhe umkreisen sie die Erde. 12.000 sollen es bis 2024 werden. Er markiert neue Grenzen am Himmel. Hier könnt ihr das Schauspiel sehen, falls ihr es vor ein paar Tagen verpasst habt. Einige haben wohl gedacht, sie hätten Fehlwahrnehmungen oder sowas wie ne Vision. Vielleicht auch zu viel gekifft oder zuviel Bruch Helles getrunken. Aber nee, es gab eine ganz einfache Erklärung. Es war nur Elon, der Heilsbringer, der allen, aber auch wirklich allen, das Internet bringen will und seit irgendwann 2019 seine Mission startete und 420 Satelliten in die Umlaufbahn um die Erde brachte. Nicht Wein, nicht Wasser für alle, nein, unbegrenzte Informationen über die wirklich wichtigen Dinge, die passieren, sind ihm wichtig. Da nimmt man auch gern ein paar Himmelsgrenzen in Kauf. Wen muss er da eigentlich fragen? Sind wir da alle egal? Ok, also diese Himmelsgrenze wär mir jetzt definitv wichtiger als die SaarLorLux-Grenze. Würde gern noch ein paar Wochen Grenzleben hinnehmen, wenn das Elon Musk Projekt bald Geschichte wäre. Really!

12.000 davon wären schon ne ziemlich markante Grenze da oben, oder? An Space X ist Elon Musk jedenfalls beteiligt. Ebenso wie an Paypal

Ein schöner Kommentar aus dem scienceblog: „Na prima! Unzensierbares Internet für Anarcho-Kapitalisten, das ist es was die Welt braucht…“

ESA Experte Lemmens sagt: »Wir vertreten deshalb die Auffassung, dass der erdnahe Weltraum eine gemeinsam zu nutzende Ressource ist – und obendrein eine begrenzte. Er bietet Platz nur für eine begrenzte Zahl von Satelliten« https://www.spektrum.de/news/wie-gefaehrlich-sind-elon-musks-starlink-satelliten/1648728.

Und er bezweifelt, dass die Satelliten sich nahezu rückstandsfrei in den Orbit verabschieden: »Ohne technische Details kann man nicht beurteilen, ob das System funktionieren wird«, meint hingegen ESA-Experte Lemmens. »Was ich sagen kann, ist, dass es über den derzeit üblichen Stand der Technik hinausgehen muss.« Das gelte umso mehr, als Konkurrenten wie OneWeb oder Amazon mit eigenen Megakonstellationen in den Startlöchern stehen. »Eine große Konstellation wie diese erfordert ein hohes Maß an Koordination mit anderen Betreibern, die ihre Satelliten in einem Nachbarorbit stationieren wollen.«

Schlimm, dass der erdnahe Weltraum auch nur noch als Ressource betrachtet wird. Nichts, was es zu schützen gilt. Das wäre auch noch so ein Betätigungsfeld für Fridays for Future, wenn der Nachwuchs noch einen freien Blick auf den Nachthimmel erhaschen will und so.

Ist jetzt wirklich ein bisschen off topic, wenn man den SaarLorLux-Raum betrachtet. Aber eine Themenöffnung stand ja irgendwie auch an. Wenn ihr noch Meinungen und Infos zu dem Geschehen hier habt, es ist alles willkommen.

Und das sind weitere Stimmen dazu – schon vom Mai 2019: http://scienceblogs.de/alpha-cephei/2019/05/26/beobachtungstipp-eine-perlenkette-aus-60-satelliten/

Amerikanische Astronomen: https://aas.org/press/aas-issues-position-statement-satellite-constellations

https://www.deutschlandfunk.de/weltraumrecht-satellitenschwaerme-sind-keine-geringe-gefahr.676.de.html?dram:article_id=468173

https://www.greenpeace-magazin.de/ticker/forscher-kritik-starlink-sternenhimmel-bald-voller-satelliten-von-christina-horsten-dpa

https://forum.astronomie.de/threads/spacex-gefahr-d-starlink.274655/page-2

Und zum Schluss ein Satellit, den ich mag, erinnert ihr euch? Lou Reed, Satellite of Love: https://www.youtube.com/watch?v=FH2EgYq_NCY

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: