Der Blog: SaarLorLux in den Zeiten von Corona

Erlebnis des Tages

Mein junger, langhaariger Gitarrelehrer hat mir heute sein Erlebnis des Tages zur Veröffentlichung zugesandt. Er wollte heute seine ihm von der französichen Regierung neu geschenkte Radfahrfreiheit genießen und mit dem Rad nach Saarbrücken zum Gitarreunterricht. Als er auf der Rückfahrt von Deutschland nach Frankreich in Kleinblittersdorf die Grenze passieren wollte, wurde er eigentümlicherweise angehalten. Normalerweise wird die Einreise nach Frankreich gar nicht mehr kontrolliert. Nur die Ausreise nach Deutschland. Er wurde gestoppt mit den Worten „HALT, BITTE ABSTEIGEN!! AUSWEIS ZEIGEN!!, WENN DU MAL RUHIG HALTEN WÜRDEST, KÖNNTE ICH DAS AUCH LESEN!! Es folgte ein Blick auf das Bild im Pass, das wohl etwas von der heutigen Realität abweicht und dann die mit erhobener Stimme, todernst UND staubtrocken vorgetragene Bemerkung „DU WEIßT SCHON, DASS IN DEUTSCHLAND DIE FRISEURE WIEDER AUF HABEN!!“

Mein Gitarrelehrer war mitnichten amüsiert. Aber es wäre ja schon denkbar, dass der Polizist seinen Witz extra gut verstecken wollte, was meint ihr? So ne Art Undercover-Witz. Oder aber déformation profesionnelle, was erklären würde. dass sich innert 40 Jahren nicht viel bewegt hat bei der Polizei – und nicht nur da. Ich wäre ja für die erste Variante.

Empathische Grenzkontrolle, wenn sie schon durchgeführt wird oder auch werden muss, aus welcher Sicht auch immer, das wär schon schön und würde für bessere Stimmung sorgen. Das gilt auch im Hinblick auf die Zeit, wenn die Franzosen übernehmen werden, was noch nicht klar ist.