Wie ärgerlich: solche Antworten braucht kein Mensch. Daher landet Tobias Hans auf Platz 2. Aber nur, weil überhaupt eine Antwort kam. Und hier die verdiente Antwort auf die Antwort.

Im vorigen Blogartikel könnt ihr die Mail von der Staatskanzlei lesen, auf die diese Mail antwortet, falls ihr euch ärgern wollt. Auch hier wird nur vom 15. Juni ausgegangen, wie das alle PolitikerInnen taten. Nun soll es der 16. werden, wie unmöglich ist das denn? Das ist quasi der schlagende Beweise für leeres und hohles Politikergeschwätz, auf das man nichts geben darf. Politikverdrossenheit selbst gesät. Da kann man nur den Kopf schütteln und hoffen, dass der Blutdruck nicht steigt.

Sehr geehrte Frau …,

danke für Ihre Reaktion, leider ist meine Frage damit nicht beantwortet.

Warum hält man an dem 15. Juni fest, wenn seit dem 2. Juni beiderseits der Grenze die Lockerungen im Umgang mit der Krise gleich sind?

Ich hätte da diverse Ideen, aber bevor ich munter weiter spekuliere, würde ich das gerne von den Verantwortlichen hören. 

Auch finde ich Ihre Argumentation, dass die Schließung der Grenzen zu einer engeren Zusammenarbeit in Europa geführt hat, doch mehr als abenteuerlich. Da wird der Bevölkerung wohl „ein Appel fürn Ei verkauft“? 

Wie definiert man denn in politischen Kreisen Europa? Ist das ein Verwaltungsapparat? Sind das Politiker am runden Tisch, die versuchen, jeweils für ihr Land das Beste rauszuschlagen? Oder sind das die Menschen, die sich plötzlich Vorurteilen, Übergriffen und dem Gefühl des Ausgeschlossenseins ausgeliefert fühlen? Und genau diese Stimmung wurde leider durch die Grenzschließung hervorgerufen. Und jetzt hat man sich am runden Tisch offensichtlich auf den 15. Juni geeinigt (und die Frage warum, bleibt noch zu beantworten) und hofft, dass dann alles schnell vergessen wird. Hören Sie sich in der Bevölkerung um (in Deutschland und Frankreich) und sie werden feststellen, wie tief sich das ungute Gefühl festgesetzt hat. 

Hier sehe ich die Politik in der Verantwortung und da kommt einfach enttäuschend wenig bis nichts in Richtung der Leidtragenden. Von deutscher Seite hat sich meines Wissens noch niemand von den Verantwortlichen bei den Betroffenen in den Grenzgemeinden gezeigt, stand für Gespräche zur Verfügung, hat sich einfach interessiert für die Menschen. Stattdessen bekommt man von den verschiedenen Stellen immer wieder neu zusammengefügte Textbausteine serviert. Aufarbeitung geht anders!

Auch die Idee, dass es keine andere Möglichkeit gab, um die Infektionsketten zu unterbrechen … nun ja. In Ihrer Antwort klingt das ja fast so, als hätte die französische Seite das Saarland angebettelt, die Grenzen zu schließen (offensichtlich auf so hoher Ebene, dass die franz. Generalkonsulin in SB und der Regionalpräsident von Grand Est das gar nicht mitbekommen haben).

Luxembourg hat es vorgemacht und dort sind meines Wissens 3x so viele Grenzgänger aus Grand Est unterwegs wie im Saarland und man kam ohne diesen symbolträchtigen Akt der Grenzschließung aus.

http://www.grande-region.lu/portal/de/daten/beschaeftigung-und-arbeitsmarkt/beschaeftigung/grenzueberschreitende-berufspendler-in-der-grossregion-gr

Ich möchte Sie keineswegs persönlich angreifen, denn mir ist bewusst, dass Sie nichts Anderes schreiben können/dürfen. 

Aber wenn die politisch Verantwortlichen nicht in der Lage sind ehrliche Antworten zu geben, dann müssen sie sich auch nicht darüber wundern, wenn die Bürger das Vertrauen verlieren. 

Ich werde mich sicher in dieser Form nie wieder an PolitikerInnen wenden, sondern allenfalls in einem offenen Brief.  

Mit freundlichen Grüßen

A…

Ein Kommentar zu “Wie ärgerlich: solche Antworten braucht kein Mensch. Daher landet Tobias Hans auf Platz 2. Aber nur, weil überhaupt eine Antwort kam. Und hier die verdiente Antwort auf die Antwort.

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