Nach drei Monaten ist die Grenze wieder offen: wir klatschen jetzt nicht

Ganz entgegen der letzten Erfahrungen mit dem SR als Hofberichterstatter berichtet Lisa Huth vom SR, dass doch viele nicht so schnell über die Ereignisse in der Grenzregion hinwegsehen werden: https://www.sr.de/sr/home/nachrichten/politik_wirtschaft/reaktionen_ende_grenzkontrollen_saarland_frankreich_100.html. Sprüche wie „Geh zurück ins Coronaland“ werden eher nicht so schnell vergessen (https://www.br.de/nachrichten/deutschland-welt/deutsch-franzoesische-grenze-geh-zurueck-ins-corona-land,Rwzmsab). Auch beim Treffen der EurodistrictpolitikerInnen und einiger BürgerInnen aus beiden Ländern auf der Freundschaftsbrücke Grosblie-Kleinblie war dies spürbar. Doch hier hat sich auch eine sichtlich erleicherte Saarländerin hergewagt, die ihrer Freude über die Grenzöffnung Ausdruck verleihen wollte und all ihre geliebten Plätze und Wanderwege heute aufsuchte, um Hallo zu sagen. Das war sehr erfrischend und berührend.

Tobias Hans will bei einer erneuten Coronawelle die Grenzen nicht mehr schließen. Wahrscheinlich hat er Industrie und Handel im Nacken sitzen. Allerdings meinte Seehofer, er würde das genauso wieder machen. Also ob auf den Willen von Herrn Hans Verlass ist, qui sait? Da fehlt ein gutes Stück Struktur auf mehreren Ebenen. Hände schütteln auf Freundschaftsbrücken reicht da eher nicht. Ist aber immerhin ein Anfang.

Und trotzdem sich der „gemeine“ Saarländer über die Primark-Touristen, Bordell – und Spielhallenbesucher aus dem Nachbarland beschwert, wie mir heute im persönlichen Gespräch mit saarländischen Freunden erläutert wurde, ist doch der Wirtschaftsfaktor Grand Est ein großer im armen Saarland. Auf die Idee, man könnte die genannten Anziehungspunkte ganz ganz anders handhaben – auch für SaarländerInnen, auf diese Idee kommt der Saarländer nicht. Auch nicht die Saarländerin. Oder? Und dass man festgestellte Ressentiments unter Jugendlichen beider Regionen doch als Aufforderung an eine grenzüberschreitende Jugendarbeit verstehen könnte, ist wohl der Innovation zuviel. Schade.

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