Geschlossene Grenzen am Europatag-was für ein Armutszeugnis seitens Deutschlands gegenüber unserem Nachbarland….

In meinem Briefkasten am Wochenende: ein Brief der Regierung aus Luxemburg, dass ich als Grenzgängerin mir ebenso wie alle Luxemburger an den entsprechenden Ausgabestellen meine 50 Masken abholen kann-und gleichzeitig Nachrichten über die beschämenden Grenzschließungen durch Deutschland-welch armeseliges Europabild doch Deutschland abgibt, das Land, das mit am meisten von Europa profitiert.

https://www.rtl.lu/news/national/a/1515462.html

Pino

Hi Pino, sehe ich genauso. Sibo

Europatag?

Während in Luxemburg der heutige Europatag als Feiertag begangen wird und hierzu vielfältige Veranstaltungen stattfinden, macht Deutschland weiterhin einseitig Grenzkontrollen. Spricht man Leute hier darauf an, so reagieren viele darauf erstaunt, dass wir heute eigentlich Europa feiern sollten. Ich empfinde das als beschämend. Viel zu wenig sind die Errungengenschaften eines „vereinten“ Europa (mir ist bewusst, dass wir weit von einem vereinten Europa weg sind und es noch sehr viele Baustellen und Hindernisse auf diesem Weg gibt-trotzdem!) in unserem Bewusstsein, aber gerade unsere geographische Lage sowie das normalerweise unkomplizierte Wohnen, Arbeiten, Einkaufen, Besuchen hüben und drüben zeigt uns die Bedeutung dieses europäischen Zusammenlebens.

Ich hoffe, dass wir uns besinnen und für das Wegfallen der Barrieren eintreten.

Wünsche einen guten Europatag! Wēnschen iech all e gudden Europadag! Joyeux jour d’Europe!

Pino

https://www.swr.de/swraktuell/rheinland-pfalz/trier/buergermeister-protestieren-in-echternach-gegen-grenzkontrollen-100.html

Verdrehte Welt

Jetzt macht Frankreich da weiter, wo Deutschland angefangen hat und verlängert die Grenzschließung bis 15. Juni. Jedenfalls hier SaarLorLux-Raum. Ob das mal irgendwann wieder synchronisiert wird? Jetzt dürfen wir uns zwar 100 km vom Wohnort entfernen. Aber uns fehlt ja die andere Hälfte. Wir haben schon überlegt, dem französischen Innenminister Castaner deshalb einen Brief zu schreiben, mit der Anfrage unsere Bewegungsfreiheit auf 200 km zu erhöhen…

Starlink-Held Elon Musk will seinen Sohn X Æ A-12 Musk nennen

Da muss man doch keinen einzigen Buchstaben mehr hinzufügen, oder? Mit Sternen- oder Galaxiennamen hat der Name jedenfalls nix zu tun, wie ich zunächst annahm. Immerhin. Im Blog findet ihr einen Artikel über sein Starlink-Projekt. Ich wünsche ihm, dass er die Kohle, die er dafür sammelt, nicht zusammenkriegt und richtig grenzenlos pleite geht. Aber tja, mein Wunsch ist normalerweise nie Befehl. Meine Lieblingsgalaxie ist jedenfalls die NGC 7293, the Helix Nebula, auch God´s eye genannt: https://apod.nasa.gov/apod/ap030510.html. Grüße an die Landessternwarte Heidelberg 🙂

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Und hier die schönsten Bilder aus 22 Jahren Hubble, so weit wie die vorgedrungen sind, wird Musk auf keinen Fall kommen 😉

Der Lichtblick – und der SR

Der Lichtblick / 2. Mai 2020 von B.

Nach fast 7 Wochen Ausgangssperre und unendlich vielen Zetteln, die man ausgefüllt hat, um zum Bäcker zu gehen oder einfach mal ein paar Meter (präzise max. 1km und max. 1h ums Haus) spazieren zu gehen, fiebert man diesem 11. Mai entgegen.

Die Aussicht, einfach mal eine Runde Fahrrad zu fahren oder wandern zu gehen, ist fantastisch und die Laune steigt erstmals nach diesen langen Wochen. Auch sich in einem Radius von 100 km frei um den Wohnort ohne Bescheinigungen und Pass bewegen zu können, ist großartig. Alles andere wird man dann sehen …

So das Gefühl bis heute 2.5. … und dann die Nachrichten des SR im Radio … „Das Departement Moselle sowie die gesamte Region Grand Est bleiben Risikogebiet und…. die 100 km Bewegungsfreiheit werden dort ab dem 11. Mai nicht gelten …“ Da ziehen wieder dunkle Wolken auf, von wegen Lichtblick. Nach ein paar Tränen erinnert man sich, dass man ja im Hinblick auf die Maßnahmen in Frankreich und die Einteilung der Departements in Grün, Rot und Orange schon selbst recherchiert hat, was das nun konkret bedeutet. Und die Informationen, die man gefunden hat stimmen irgendwie nicht mit dem SR-Bericht überein.

Das Wort „Risikogebiet“ erinnert zudem doch sehr an die RKI-Bewertung vom 12.03. und somit auch an den damit verbundenen Aktionismus seitens einiger saarländischer Politiker, Verwaltungsmenschen, sowie privaten Hilfs-Sherifs … sehr ungute Assoziationen! Die Kriterien für die Einteilung der Départements seitens der franz. Gesundheitsbehörden werden vom SR nicht erwähnt … und die Konsequenzen, die sich daraus für die Zeit nach dem 11. Mai ergeben, werden offensichtlich nicht wirklich recherchiert. Man traut sich ja selbst nicht so recht … aber man kann ja mal nachhören, auf welche Quellen sich der SR bezieht! Und das habe ich getan. Nach meiner Anfrage an den SR, wie diese Informationen zustande kommen, meldete sich die zuständige Journalistin.

Ich bin nach dem Gespräch noch immer fassungslos, wie da mal locker vom Hocker eine Nachricht verbreitet wird, die auf diversen Interpretationen nicht offizieller Quellen beruht … Ich finde auf der Seite gouvernement.fr sehr genaue Angaben und hätte jetzt – wohl recht naiv – erwartet, dass eine Journalistin des SR das auch findet oder zumindest im Falle der Berichterstattung über dieses Thema bei den Fakten bleibt und nicht Vermutungen als solche verkauft.

Wenn ich nun ganz, ganz positiv denke – was mir in dieser Zeit zunehmend schwerer fällt – kann ich ja froh sein, dass man auf meine Anfrage reagiert hat und die Nachricht sowohl im Netz wie auch im Radio doch in Wortwahl und Inhalt massiv umformuliert hat … aber auf welchen Quellen das nun beruht? Meine Anfrage?

Und theoretisch können sich alle SR-Hörer fragen, wann und wo sie gehört/gelesen haben, dass in Moselle alles beim alten bleibt und (das Klopapier sicher)… und an ihrem Verstand zweifeln, wenn die Nachricht nicht mehr auffindbar ist. Wie oft kommt das in letzter Zeit wohl vor?

Ich würde erwarten, dass man an dieser Stelle eine Nachricht an 1 Mio. Zuhörer nicht klammheimlich verschwinden lässt, sondern vielleicht richtigstellt?

Stattdessen bekomme ich von besagter Journalistin am Telefon solche Sätze zu hören:

„Wir werden ja dann sehen, wie es ab nächster Woche aussieht.“

Irgendwie hat man das Gefühl, sie würde einfach nur gerne Recht behalten. Seltsame journalistische Praxis, eine Behauptung aufzustellen und darauf zu hoffen, dass sie sich erfüllt.

„Ich muss mich ja darauf verlassen, was der französische Premierminister gesagt hat.“ sagte sie zu mir.

Dumm ist nur, dass er sicher nicht gesagt hat, dass in den roten Departements die Ausgangssperre in der bisherigen Form bestehen bleibt. Und man kann die gesamte Rede im Netz auf den Seiten der französischen Regierung nachlesen oder für die Sprachbegabteren auch anhören …

Außerdem gibt es eine sehr einfache Übersicht, welche Lockerungen wo geplant sind. Die endgültige Kategorisierung der Departements erfolgt im Übrigen erst am 7.5. und es bleiben entgegen dem ursprünglichen SR Bericht auch nur 2 Farben übrig.

https://www.gouvernement.fr/info-coronavirus/strategie-de-deconfinement

https://www.gouvernement.fr/suivre-l-actualite-du-premier-ministre

Ich gehe mal davon aus, dass es sich bei der fehlerhaften Berichterstattung um keine bewusste Manipulation handelte, sondern schlicht schlecht gearbeitet wurde. Aber in dieser Zeit sollte man vielleicht bedenken, dass die Nerven bei vielen Grenzgängern im eigentlichen und übertragenen Sinne blank liegen. Die Medien sollten verantwortungsvoll bei der Verbreitung von Nachrichten agieren, da sie für viele Bürger die einzige Quelle für neuen Informationen sind . Es ist auch wenig vertrauenserweckend, wenn Journalisten beim Hinweis auf eine Falschmeldung angepisst reagieren und einen oberlehrerhaften Ton zur Verteidigung der eigenen Schlamperei an den Tag legen.

von B.

Herr Seehofer: Wir leben doch alle eigentlich in einem einzigen großen Biergarten – mit unterschiedlichen Brauereibindungen

Also bitte: warum nicht alles wie in Bayern händeln und alle Biergärten wieder öffnen, wie ihr guter Intimfeind und Parteikollege Herr Söder es macht? Da spielen Biergärtengrenzen auch keine Rolle mehr…Ok. Ist auch etwas polemisch gemeint, da man nicht mehr durchblickt, wie die einzelnen Entscheidungen eigentlich begründet sind, einschließlich der Grenzschließungen in der EU.

Einseitige Grenzerfahrung…..

Es ist wirklich nicht mehr nachvollziehbar, warum ich als Grenzgängerin in Richtung Luxemburg ungehindert nach Luxemburg reinkomme, aber stundenlange Staus in Kauf nehmen muss, wenn ich ins Saarland zurückfahre. Dabei werden ja nur die Pendlernachweise und -ausweise kontrolliert…was m.E. bisher keinen einzigen Virus gestoppt hat. Das Ganze ist keine gute Situation, und es wird höchste Zeit, dass hier wieder Normalität einkehrt….der angerichtete Schaden im Verhältnis zwischen den angrenzenden Ländern ist ja schon beträchtlich.

Hier noch ein dazu passender Artikel…..klappt leider nicht mit dem Herunterladen, ist aber auf der Seite „https://www.diegrenzgaenger.lu/gesellschaft/grenzen-bleiben-weiter-zu-der-aerger-wird-groesser/ “ zu finden, falls jemand Interesse hat.

Pino

Oh, schon Woche 7 der Ausgangssperre

Ganz vergessen, irgendwie ist Normalzustand erreicht. Man ist adaptiert ans Geschehen und der einzige Einbruch war die Meldung, dass in F. erstmal die Einreiseberschränkungen bis 24. Juli verlängert werden und dass je nach Lage in den Departements die Lockerungen angepasst werden.

Was am Wochenende schräg war: Ich habe meine Mutter in D. besucht – was man auch offiziell darf – und eine Autofahrerin hat sich weit aus dem Fenster gelehnt und den Stinkefinger so lange rausgehalten, dass ich befürchtete, sie baut gleich einen Unfall. Hab mich umgeguckt, mit wem sie wohl Stress hat. Aber da war weit und breit niemand auf den ich das beziehen konnte. Als sie glücklich die Kurve kriegte, dämmerte mir, dass sie das an mich in meinem Auto mit meinem französichen Kennzeichen richtete. Ich hoffe, das bleibt nicht haften – in beide Richtungen…

Außerdem hat das KUMI das Betretungsverbot für Uni und Schulen aufgehoben. Ging auch etwas holprig und wurde seltsam kommuniziert. Aber nun darf ich wieder wirklich Grenzgängerin sein und mich in den Grenzstau einreihen. Auf der Rückfahrt kontrolliert niemand. Nur die Einreise wird kontrolliert. Und die französiche Gendarmerie ist überhaupt nicht anwesend. Bin gespannt, wie das weitergeht, wenn am 11.5. die neuen Maßnahmen in F. bekannt gegeben werden. Ist immer noch nicht so ganz klar.

Großartige Heute Show zum Gesundheitssystem in D

Es wird schön aufgezeigt, wie die Privatisierung des Gesundheitssystems, nicht ohne massive Initiative unserer doch eigentlich geliebeten SPD unter Gerhard Schröder, dessen Untergang massiv vorantrieb. Auch die Anfrage auf meine Email an Frau Bachmann wegen der Krankenhausschließungen im Saarland – eben gerade auch der Coronazentren – scheint von keinerm Problembewußtsein getrübt. Ich schicke wohl noch einfach den Link zur Heute Show zurück. Ohne Kommentar. Damit ist eigentlich alles gesagt. Nur die Hoffnung auf Veränderung bleibt getrübt. Und darob sich jetzt alle in Verschwörungstheorien verlieren – wie auch ich zwischendurch – und im Informationswirrwarr keine Peilung mehr haben, ist der Fokus auf diese wirklich fassbaren politischen Desasterentscheidungen verschwunden. Umso wichtiger wäre eigentlich für die hier seit Jahren stattfindenden wirklich schlimmen Verschlechterungen für Klinikpersonal wie auch PatientInnen endlich auf die Straße zu gehen. Allerdings, auf die Straße gehen, hilft ja nicht wirklich. Es waren ja schon so viele Pflegekräftedemos, die erfolglos blieben. Vielleicht weil sich keine potentiellen PatientInnen anschlossen? Keine Ahnung, wie man noch etwas verändern kann. Wenn ich die Gelbwesten bedenke und wie massiv ihr Widerstand war, hm. Auch nich so durchgreifender Erfolg. Also einfach nicht krank werden als Lösung?

https://www.zdf.de/comedy/die-anstalt/die-anstalt-vom-5-mai-2020-100.html

Wir können vielleicht doch bald Besuch bekommen aus D.

Hört sich jedenfalls schon viel besser an, als am Samstag, als es noch hieß, dass ab dem 12. Mai bis zum 24. Juli alle Einreisenden nach F. erstmal in eine vierzehntägige Quarantäne müssen. Jetzt wurde dies anscheindend zurückgenommen. Uns freut das natürlich sehr.

https://www.faz.net/2.1677/corona-keine-quarantaene-in-frankreich-bei-einreise-aus-eu-16753010.html

https://www.faz.net/2.1677/corona-macron-will-eu-buerger-von-quarantaene-pflicht-ausnehmen-16753427.html

Auch, dass man sich wieder im Umkreis von 100 km um den Wohnort bewegen darf. Das fühlt sich ja an wie Freiheitsluxus pur. Sogar Radfahren soll erlaubt werden.

Hier könnt ihr die täglich aktualisierte Karte des Déconfinement einsehen. Je nach Status sollen sich nach dem 11.5 die Lockerungen richten. Wir sind leider, leider rot. Hoffen wir, es bleibt nicht so – wobei die Unterschiede in den Lockerungen nicht sooo groß sind.

https://www.lefigaro.fr/actualite-france/carte-du-deconfinement-vert-rouge-ou-cinquante-nuances-d-orange-20200429